Im NRG Stadium lieferte Brasilien beim WM-Vorrundenspiel gegen Japan eine aufschlussreiche Vorstellung ab, die lange Zeit auf eine Überraschung hindeutete. Die Südamerikaner dominierten zwar über weite Strecken mit 69 Prozent Ballbesitz und 19 Abschlüssen, doch zunächst hatten die Japaner das bessere Ende für sich.
Japan überstand den frühen brasilianischen Druck und schlug in der 29. Minute eiskalt zu. K. Sano, der zuvor in der 12. Minute bereits eine Gelbe Karte gesehen hatte, traf zur Führung für die Asiaten. Brasilien, im 4-3-3 aufgestellt, schuf zwar Chancen, blieb aber vor der Pause wirkungslos. Der Halbzeitstand von 0:1 spiegelte die Effizienz Japans wider, das im 3-4-2-1 kompakt stand und mit einem Expected-Goals-Wert von lediglich 0.23 enorm wenig zuließ.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Brasilien den Druck weiter. In der 56. Minute fiel der verdiente Ausgleich: Casemiro vollendete nach Vorlage von Gabriel zum 1:1. Der Routinier hatte zuvor selbst eine Gelbe Karte kassiert, bewies nun aber seinen Wert im Abschluss. Trotz spielerischer Überlegenheit und einem xG-Wert von 1.48 fand Brasilien lange keinen Weg zum Siegtreffer. Japan verteidigte leidenschaftlich, auch wenn die Gäste im Verlauf des Spiels mehrfach mit Gelben Karten belastet wurden: Kamada in der 45. Minute, Suzuki in der 84. Minute.
Die Entscheidung fiel erst tief in der Nachspielzeit. In der 90. Spielminute plus fünf Minuten erzielte G. Martinelli nach Vorlage von Bruno Guimaraes den 2:1-Siegtreffer für Brasilien. Der späte Treffer belohnte die Ausdauer der Selecao, die mit diesem Sieg wichtige Punkte im WM-Turnier einfahren konnte. Japan hingegen schied trotz einer kämpferischen Leistung unglücklich als Verlierer aus der Partie.
