Im NRG Stadium lieferten sich Kanada und Marokko zunächst eine ausgeglichene Partie, die erst nach der Pause ihre Entscheidung fand. Beide Mannschaften agierten im ersten Abschnitt mit spürbarer Intensität, was sich auch in der Karten-Bilanz widerspiegelte. Bereits vor der Halbzeit sahen insgesamt sechs Spieler Gelb, darunter Marokkos Hakimi und Ounahi sowie auf kanadischer Seite Jonathan David und Richie Laryea. Die Partie stand auf Messers Schneide, ohne dass eine Seite klare Torchancen herausspielte.
Nach dem Seitenwechsel schlug Marokko früh zu. In der 50. Minute verwandelte Azzedine Ounahi eine Vorlage von Achraf Hakimi zur Führung. Kanada suchte danach die Antwort, kam über weite Strecken jedoch nicht zwingend genug vor das gegnerische Tor. Mit elf Schüssen und lediglich drei davon aufs Ziel blieb die Effizienz der Gastgeber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch der Expected-Goals-Wert von 0,86 für Kanada deutete darauf hin, dass die erzeugten Chancen insgesamt von bescheidener Qualität waren.
Marokko verwaltete den Vorsprung geschickt und nutzte die Räume, die Kanada im Zuge seiner Bemühungen um den Ausgleich öffnete. In der 82. Minute traf Ounahi ein zweites Mal, diesmal nach einer Vorlage von Brahim Diaz. Der Doppeltreffer des Mittelfeldspielers stellte die Weichen endgültig auf marokkanischen Sieg. In der achten Minute der Nachspielzeit setzte Soufiane Rahimi, abermals bedient von Brahim Diaz, den Schlusspunkt zum 3:0-Endstand.
Mit dem klaren Erfolg zieht Marokko ins WM-Halbfinale ein. Die Nordafrikaner setzten sich trotz lediglich fünf Schussversuchen durch, von denen vier auf das Tor kamen, also äußerst effizient. Kanada hingegen scheidet aus dem Turnier aus, nachdem die zahlreichen Versuche und Eckbälle, elf an der Zahl, keine Früchte trugen. Marokko überzeugte vor allem durch Konsequenz in den entscheidenden Momenten.
