Im Gillette Stadium erlebten die Zuschauer ein Achtelfinalspiel der WM 2026, das lange auf Messers Schneide stand und schließlich in einem der chaotischsten Elfmeterschießen der jüngeren Turniergeschichte gipfelte. Deutschland bestimmte die Partie über weite Strecken mit 75 Prozent Ballbesitz und 21 Torschüssen, tat sich gegen tief stehende Paraguayer aber enorm schwer.
Die Südamerikaner nutzten ihren Gegenentwurf konsequent: Kurz vor der Pause traf Julio Enciso nach Vorlage von Mathias Galarza zum 1:0 und schickte seine Mannschaft mit einem verdienten Vorsprung in die Halbzeit. Deutschland fand erst nach dem Seitenwechsel die richtige Antwort. Kai Havertz verwandelte in der 54. Minute eine Hereingabe von Florian Wirtz zum Ausgleich und brachte die DFB-Elf zurück ins Spiel. In der regulären Spielzeit gelang jedoch keiner Seite mehr ein Treffer, obwohl Deutschland mit einem xG-Wert von 1,49 deutlich mehr Torgefahr ausstrahlte als Paraguay mit 0,42.
Die Verlängerung brachte ebenfalls keine Entscheidung. Havertz erzielte in der 121. Minute zwar erneut die deutsche Führung, doch Paraguay antwortete sofort per Elfmeter durch Mauricio zum 1:1. Was dann folgte, war ein beispielloses Elfmeterschießen innerhalb der Nachspielzeit der Verlängerung: Kimmich, Musiala und Galarza trafen für ihre Teams, ebenso Niclas Woltemade und Antonio Sanabria. Den entscheidenden Treffer erzielte schließlich Nabil Amiri vom Punkt, womit Deutschland das Duell für sich entschied. Auf paraguayischer Seite sahen Andres Cubas und Gustavo Alfaro Gelbe Karten, während auch Bundestrainer Julian Nagelsmann, Havertz und Musiala auf deutscher Seite verwarnt wurden. Der Abend im Gillette Stadium war sportlich kurzweilig, wenn auch taktisch eher zäh. Deutschland steht nach einem nervenaufreibenden Weiterkommen im Viertelfinale.
