Im BC Place in Vancouver lieferten sich die Schweiz und Kolumbien ein zähes Duell über die volle Distanz von 120 Minuten, ohne dass in der regulären Spielzeit oder der Verlängerung ein Treffer fiel. Beide Mannschaften gingen mit klarer taktischer Disziplin zu Werke: Die Schweizer stellten sich im 4-2-3-1 auf, Kolumbien agierte im 4-4-1-1. Der Spielverlauf spiegelte die Ausgeglichenheit wider. Kolumbien hatte mit einem xG-Wert von 0.25 die besseren Möglichkeiten auf dem Papier, konnte den Schweizer Keeper jedoch nicht bezwingen. Die Eidgenossen kamen ihrerseits auf lediglich 0.06 Expected Goals und blieben offensiv kaum greifbar.
In der zweiten Halbzeit sorgten mehrere Gelbe Karten für Unruhe. Granit Xhaka sah in der 51. Minute Gelb, kurz darauf folgten Denis Zakaria (59.) und auf kolumbianischer Seite Luis Suarez (60.) sowie Deiver Machado Sanchez (95.) und Moussa Muheim für die Schweiz (105.). Das Spiel blieb hitzig, aber das entscheidende Tor wollte nicht fallen.
So musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Was folgte, war eines der dramatischsten Penaltyschießen des Turniers. In den Minuten 120+1 bis 120+5 wechselten sich beide Teams mit jeweils fünf Schützen ab. Für Kolumbien verwandelten J. Quintero, D. Sanchez, J. Campaz, C. Hernandez und L. Diaz. Auf Schweizer Seite trafen Xhaka, Amdouni, Akanji, Itten und Vargas. Dabei handelte es sich auf beiden Seiten um eine Mischung aus direkt verwandelten Elfmetern und zugesprochenen Strafstößen, was dem Schießen eine besondere Spannung verlieh. Am Ende trennten sich die Teams mit jeweils fünf verwandelten Elfmetern, sodass erst ein abschließendes Tor die Weiterfahrt entschied.
Das Spiel im BC Place war über weite Strecken von taktischer Vorsicht geprägt. Beide Mannschaften gestatteten sich kaum Räume, was die niedrigen Schusszahlen und Expected-Goals-Werte erklären. Wer letztlich weiterkommt, zeigte sich erst nach einem nervenaufreibenden Penaltyschießen, das den Zuschauern einiges abverlangte.
