Im Hard Rock Stadium von Miami fand das WM-Gruppenspiel zwischen Colombia und Portugal am Abend des 27. Juni keinen Sieger. Beide Teams trennten sich nach 90 Minuten mit einem torlosen Remis, wobei die Kolumbianer über weite Strecken das aktivere und druckvollere Team waren.
Colombia übernahm in einem 4-3-3 früh die Initiative und hatte über die gesamte Spielzeit 55 Prozent Ballbesitz. Mit 23 Abschlüssen war die Offensivpräsenz der Kolumbianer deutlich spürbar, sechs davon gingen aufs Tor. Der Expected-Goals-Wert von 1.58 für das Heimteam unterstreicht, dass die Chancenverwertung das zentrale Problem der Kolumbianer war. Portugal dagegen lauerte in einem 4-2-3-1 auf Konter und kam auf 13 Abschlüsse, von denen lediglich zwei das Ziel fanden. Der xG-Wert der Portugiesen lag bei bescheidenen 0.69, was zeigt, wie selten echte Torgefahr entstand.
In der Anfangsphase hatte Colombia kurzzeitig vollständigen Ballbesitz, Portugal fand aber bis zur 15. Minute mit 58 Prozent Ballbesitz gut ins Spiel. Ab der Mitte der ersten Halbzeit kippte das Gleichgewicht zugunsten der Kolumbianer. Besonders nach der Pause schraubten beide Teams ihre Schussanzahl deutlich nach oben, ohne jedoch den entscheidenden Treffer zu erzielen. Die einzige Karte der Partie sah G. Puerta von Colombia in der 86. Minute, als er mit Gelb verwarnt wurde. Bis zum Schlusspfiff blieb es beim 0:0.
Das Spiel war ein klassisches WM-Duell, in dem taktische Disziplin die Oberhand über Kreativität gewann. Colombia darf sich angesichts der statistischen Überlegenheit durchaus ärgern, während Portugal mit dem Punkt nach diesem Auftritt zufrieden sein kann. Beide Mannschaften müssen nun abwarten, welche Konsequenzen dieses Ergebnis für ihre jeweilige Situation in der Gruppe hat.
